Der Silvester Jammer Thread

      Hallo zusammen,

      ich mache mir auch so langsam Gedanken, wie wir unsere Meeko (Wohnungskatze) auf Silvester vorbereiten können, weil sie jetzt auch nicht gerade das unbeeindruckte Selbstbewusstsein in Person ist. Habe gelesen, dass es helfen kann, wenn man im Vorfeld immer mal Silvestergeräusche abspielt. Ich werde das wohl auf alle Fälle probieren, viel zu verlieren hat man dabei ja nicht. Aber ich wollte mal fragen, ob jemand bereits Erfahrungen damit gemacht hat?
      Nachdem unsere ersten beiden Familienhunde zu Silvester immer beinahe an Herzinfarkt gestorben sind, haben wir es mit dem letzten hinbekommen, dass es sie überhaupt nicht juckt. Bei Hunden hängt es halt auch viel am Verhalten des Halters, wie der Hund letztlich lernt zu reagieren. Aber Katzen ticken ja doch nochmal ein Stück anders und sind wohl mehr auf sich selbst konzentriert. Ich könnte mir daher vorstellen, dass eine Gewöhnungsherapie besser funktioniert.

      Liebe Grüße
      Aj
      Ich halte das zum einen für nicht vergleichbar und die Begründung auch nicht für plausibel.

      Dein Bild des Einbrechers ist falsch (das Knallan an sich fügt der Katze ja keinen Schaden zu, sie geht nur davon aus). Es ist vielmehr so, als wenn ich Angst hätte, jede Person die an meiner Tür klingelt könnte ein Einbrecher sein, um mich dann jedesmal panisch unterm Bett zu verstecken. Tatsächlich sind die meisten Personen an meiner Tür aber wohl eher keine Einbrecher. Entsprechend hätte ich die Chance zu lernen, dass die meisten Personen keine Gefahr bedeuten, indem öfter jemand an meiner Tür vorbei schaut, ohne dass etwas passiert. Dabei ist es natürlich zielführend, das Level nur langsam zu steigern. Vielleicht indem erstmal jemand nur an meiner Tür vorbei den Gang entlang läuft. Dann wenn mal eine Klopft aber wieder geht. Dann vielleicht wirklich mal, dass man die Tür öffnet, aber nur der freundliche Paketbote vor der Tür steht.. es wird sich dann bald herausstellen, dass meine Angst vermutlich irrational war. Also ja, ich denke sehr wohl, dass ich bei so einer Taktik lernen könnte, bei Personen vor meiner Tür nicht mehr generell mit Panik zu reagieren.

      Auch die Begründung, warum das nicht trainierbar sein soll, erschließt sich mir nicht. Gehirnregionen, die nicht trainierbar sind? Das ist doch sehr vage. Worauf beruht deine These? Was sollen das für Regionen sein? "Angstzentren"? Dann würde keine Panikpatienttherapie jemals von Erfolg gekrönt sein. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das aber sehr gut funktioniert.
      Es geht darum, dem fraglichen Reiz unter kontrollierten Bedingungen einzusetzen, mit dem Ziel eine Dekonditionierung zu erreichen, bzw im Fall von meiner Katze und Silvester ist das sogar eine vorbeugende Maßnahme, weil sie noch kein Silvester erlebt hat. Natürlich muss auch das schrittweise erfolgen.

      Kritischer, als die generelle Möglichkeit Angstauslöser zu trainieren, finde ich die Frage, ob das Abspielen dieser Geräusche ein adäquater Vergleich sind. Es ist ja schon was anderes, ob das aus einer Box kommt (zunächst nur leise, später lauter) oder von vor dem Fenster. Ich denke, das könnte der eine Knackpunkt sein, der nicht wirklich gut lösbar ist. Die Lichtreize könnte man mit verhängten Fenstern ja ausschließen.

      Wie gesagt, ich werde es mal versuchen und ein paar Silvestervideos auf Youtube raussuchen und schauen wie und ob sie überhaupt darauf reagiert. Mehr als nicht funktionieren kann es ja nicht (keine Angst, ich habe nicht vor sie bei voller Lautstärke oder im Überraschungsmoment zuzudröhnen), aber wenn es für sie die Silvesternacht leichter macht ist viel gewonnen.
      Dann mach das doch wenn du es für gut befindest.

      Es passiert sehr wohl etwas als nur knallen Katzen spüren es auch über die Ballen und das kannst du wohl kaum nachstellen. Ich habe selbst keine Ahnung davon aber eine sehr gute Trainerin sagte mir das es Regionen betrifft die Todesangst auslösen und das kann man nicht trainieren. Mein Hund damals war null mehr ansprechbar hat sich für kein Futter, keine Ansprache nichts mehr interessiert. Wie genau möchtest du da trainieren sobald auch nur der leiseste Knall war (so leise das ich es nicht mal richtig gehört habe) verfiel er wie eine Art Trance und war wie in einer anderen Welt.

      Ich finde der Stress reicht an Silvester da braucht man nicht Wochen vorher schon Stress machen wobei es für dieses Silvester ohnehin zu spät ist auf zwei Wochen kannst du eh nichts vernünftiges mehr durchziehen.
      Mir wäre die Chance zu hoch, eine Katze, die an Silvester nie Panik hatte, mit so einem "Training" zu verballern. Das kann theoretisch auch passieren. Das es durch den Trainingsstress erst überhaupt zur Panik kommt. Ich würde also empfehlen im ersten gemeinsamen Jahr erstmal die Füße still zu halten und zu schauen, ob die Katze überhaupt panisch wird. Gibt genug Katzen denen das völlig egal ist. Warum was behandeln, was gar nicht da ist?

      Anke schrieb:

      Warum was behandeln, was gar nicht da ist?


      So wie Tollwut?
      Bei manchen Dingen ist es durchaus ratsam vorzubeugen, damit es eben erst gar nicht zum Ernstfall kommt. Denn ist der erstmal eingetreten, ist es oft deutlich schwieriger zu korrigieren, als von vorneherein darauf zuzuarbeiten. Eine Angsttherapie ist deutlich schwieriger (oder sogar unmöglich), als eine Angstvorbeugung.

      Die Gefahr, eine Angst zu schüren, die nicht da ist oder großen Stress auszulösen, sehe ich nicht. Zumal ich wie gesagt nicht vorhabe, plötzlich auf volle Lautstärke Silvestergeräusche durchs Zimmer dröhnen zu lassen. Habt ihr da eventuell ein falsches Bild von der Idee? Im Idealfall, wird sie die Geräusche durchaus wahrnehmen, sich aber nicht weiter dafür interessieren, nachdem das erste Interesse abgeklungen ist. Ähnlich, wie wenn wir einen Film schauen. Die Art der Geräusche (Rhythmus, Tonlagen) dürfte dabei dann recht schnell uninteressant werden und einem Gewöhnungseffekt weichen. 3 Wochen sind auch nicht zuu knapp, bei einem Tier, bei dem es ja nichts zu therapieren gibt, sondern wo es um eine vorbeugende Maßnahme geht. Ob das reichen kann, weiß ich wie gesagt nicht. Ich sehe wie ihr auch das Problem, dass ein Audiotrack nur eine recht schwache Simulation des ganzen Trubels ist, und Plötzlichkeit, Lautstärke und Vibrationen einfach nochmal anders wirken.

      Naja, ich werde es probieren. Entweder es bringt was oder es schadet nichts. Ich sehe da nichts zu verlieren, außer den günstigen Moment, dass Meeko noch nicht weiß, was ihr bevorsteht und daher noch keine Meinung dazu hat... das sieht im nächsten Jahr schon anders aus.
      Ne Kollegin von mir meinte man solle Rescue Tropfen zuhause haben falls was kommt....
      Ich werde wenn ich meine zwei hole Nen felliway Stecker laufen lassen der müsste bis nach Sylvester halten... denke das reicht an Vorsorge ausserdem bleib ich zuhause alle Fenster zu und Versuch alles zu ignorieren damit die zwei nicht noch zusätzlich in Panik geraten wegen meines Verhaltens
      nadine mit neuer Straßengang

      "ohne katzen ist alles doof... wohnung doof, einkaufen doof, extreme couching doof...."
      Wie ist das denn mit Zylkene? Das müsste man ihnen wahrscheinlich bereits Wochen vorher geben, oder?

      Edit, hab die Antwort gefunden:

      Um den Einfluss von kurzfristigem Stress zu minimieren (z.B. Aufenthalt in Tierpension, Sylvester), sollte die Verabreichung von Zylkène mindestens 1 -2 Tage vor dem Ereignis begonnen werden. Für langfristige Ereignisse (Alleinesein, Umzung etc.) wird empfohlen, Zylkène für eine anfängliche Zeit von 1-2 Monaten, wenn nötig auch länger, zu geben.


      medpets.de/zylkene/#product-description